Zwei neue KI-Essays / Two new essays on AI

Zeitschrift für Medienwissenschaft  Basel Media Culture and Cultural Techniques Working Papers

I have published two essays dealing with AI recently:
“Die ‘Gestalt’ der KI: Jenseits von Atomismus und Holismus” is about the philosophical conceptualization of artificial neural networks with Zeitschrift für Medienwissenschaft (an English version, text here, is forthcoming with Interface Critique).
“Algorithmic Empathy: On Two Paradigms of Digital Generative Literature and the Need for a Critique of AI works” deals with the poetic potential of literature generated by connectionist AI systems and their difference to the older, sequential paradigm. It is published as a quotable, DOI-identified Basel Media Culture and Cultural Techniques Working Paper.

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Neues 0x0a-Projekt: Poetisch denken, Band 1-4

coverreaderDeep Dreaming der Lyrik: Poetisch denken hieß ein Buch von Christian Metz über vier Dichter*innen, die für ihn die Lyrik der letzten zwanzig Jahre wesentlich bestimmt haben: Monika Rinck, Jan Wagner, Ann Cotten und Steffen Popp. Poetisch denken heißt auch eine neue Reihe von 0x0a, die je ein neues Buch von Rinck, Wagner, Cotten und Popp enthält, generiert mit dem neuronalen Netz GPT-2 und auf Grundlage aller in Metz’ Buch erwähnten Titel.

des bodenuren herausendbands

hört ihr das, so höhnen honigprotokolle, semantisize,
schwere primatover. es ist sicher bald ein gramisfürbter praktz tun?
so keine großem einisisters, es ist die verkraft, ein maschine.
kaum als einists ein kommando, es ist verkraft.
nur ich schnell oder ein schlimmer
nichts mehr übrig.

— »Monika Rinck«

Die Bücher gibt es bei 0x0a und im Frohmann Verlag.
Ein Interview im Deutschlandfunk Büchermarkt mit mir findet sich hier.

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New book: History, Metaphors, Fables: A Hans Blumenberg Reader

coverreaderI am exceedingly happy to announce that the fruit of several years of shared work has just been published. Together with Florian Fuchs and Joe Paul Kroll, I have edited History, Metaphors, Fables: A Hans Blumenberg Reader. It came out with Cornell University Press, on occasion of Blumenberg’s 100th birthday. Here’s the table of contents.

Description: „History, Metaphors, Fables collects the central writings by Hans Blumenberg and covers topics such as on the philosophy of language, metaphor theory, non-conceptuality, aesthetics, politics, and literary studies. This landmark volume demonstrates Blumenberg’s intellectual breadth and gives an overview of his thematic and stylistic range over four decades. Blumenberg’s early philosophy of technology becomes tangible, as does his critique of linguistic perfectibility and conceptual thought, his theory of history as successive concepts of reality“, his anthropology, or his studies of literature. History, Metaphors, Fables allows readers to discover a master thinker whose role in the German intellectual post-war scene can hardly be overestimated.“

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Neues Buch: Wendekorpus

Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober erscheint das Langgedicht »Wendekorpus«, das in meinem Buch Halbzeug erschienen ist, als Sonderausgabe im Frohmann Verlag.

Aus dem Nachwort:
»Wir« ist ein gewalttätiges Wort. Nicht nur, weil ein Wir immer auch ein Ihr oder ein Sie braucht, das es ausschließt. Die Gewalt im Wir ist auch eine einschließende. Wer »Wir« sagt, verleibt sich die ein, die er mitmeint. Ein Wir verspeist. Und doch scheint einem Wir nur ein anderes Wir Widerstand leisten zu können.
Es sei denn, man kann sich dem ganzen Wir-Sagen entziehen. Die 30 Jahre, die seit dem Mauerfall vergangen sind, der heute von einem offiziellen Wir gefeiert wird, sind nicht lang genug gewe­sen, die kleinen mitgemeinten und mitverspeisten Wir auch völlig zu verdauen. Geht man auf diese Zeit zurück, deren Film­bilder heute zu Ikonen eines linearen, zwangsläufigen Geschichtsverlaufs geworden sind, und betrachtet stattdessen ihre Sprachbilder, zeigt sich eine Vielfalt von Wir, die nur als einzelne bestehen können.
Der »Wendekorpus Ost+West« des Instituts für Deutsche Sprache enthält tausende Wir. Seiner offiziellen Beschreibung nach wurde er »im Rahmen des Projektes Gesamtdeutsche Korpusinitiative, arbeitsteilig im IDS und im früheren Zentralinstitut für Sprachwissenschaft, ehemals zur Akademie der Wissenschaften der DDR gehörend« erarbeitet. Er umfasst ca. 3,3 Millionen laufende Wortformen aus 3.387 Texten, zusammengestellt aus Zeitungsartikeln, Flugblättern, Interviews, Reden und Plenarprotokollen aus Ost und West, die zwischen Mitte 1989 und Ende 1990 – im Niemandsland zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung – entstanden sind.
Über die Webseite des Instituts für Deutsche Sprache kann man auf diesen Korpus der Wendezeit­sprache zugreifen. Dazu stellt das IDS ein Korpusanalyseprogramm zur Verfügung: Mit COSMAS II kann man nach bestimmten Wortformen, Verbindungen, Kollokationen und Konkordanzen suchen. Oder die kleinen Wir sich dem großen Wir entziehen lassen.
Für Wendekorpus habe ich alle mit »Wir« beginnenden Sätze ausgeben lassen; um einer lesbaren, konzisen Form willen habe ich die Satzlänge auf exakt sechs Wörter beschränkt: kurz genug für klare Aussagen, lang genug, um Nuancen zuzulassen. Das Ergebnis ist kein großes Wir, sondern viele kleine. Ein widersprüchliches, schizophrenes und identitäts­kon­fuses Stimmengewirr der Wendezeit, das keine Auflösung braucht und keine will: »Wir blieben strittig an diesem Tag.«

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Lesetermine

Ich lese und diskutiere bei folgenden Veranstaltungen:

  • 15.09.2019, 17:00 Uhr, Berlin (Internationales Literaturfestival)
    Podiumsgespräch zu Literatur und Künstlicher Intelligenz (mit Ann Cotten, Philipp Schönthaler Thomas Nikolaus Haider und Hannes Bajohr)
  • 24.09.2019, 16:30 bis 18:00 Uhr, Paderborn (Tage der Forschung)
    Lesung aus Halbzeug und Gespräch über Literatur und Digitalisierung
  • 26.09.2019, 19:30 Uhr, Baden (CH), Buchhandlung Librium (Baden liest)
    Lesung aus Halbzeug
  • 01. 11. 2019, 14:15, Berlin (Übersetzertag des Deutschen Übersetzerfonds, LCB Berlin)
    Podiumsgespräch mit Christiane Frohmann und Hannes Bajohr zu Chancen und Grenzen digitaler Literatur

 

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Neue Übersetzung: Nick Montfort, Megawatt

Für 0x0a habe ich Nick Montforts generativen Roman Megawatt übersetzt – und zwar direkt im Python-Code.

Aus der Beschreibung:
Megawatt ist Rekonstruktion und Steigerung von Samuel Becketts hochartifiziellem Roman Watt in einem. Autor und Programmierer Nick Montfort wählte aus der Vorlage Passagen mit systematischen Manierismen aus und ließ sie durch ein Python-Skript simulieren. Doch statt diese Passagen nur zu wiederholen – obwohl der Megawatt-Code auch dazu verwendet werden kann –, werden sie vielmehr intensiviert. So erzeugt Montfort mit den gleichen Methoden wie Beckett deutlich mehr Text als im ohnehin schon exzessiven Original zu finden ist: Aus Watt wird Megawatt.
Dem Roman ist das Skript angehängt, mit dem er erzeugt wurde; die Übersetzung durch Hannes Bajohr erfolgt ebenfalls im Code. Bei Megawatt war statt des Konzepts der Code zu übertragen, doch die erste Übersetzung von Watt ins Deutsche, die Elmar Tophoven 1970 für Suhrkamp besorgte, ist auch hier noch vorhanden. In den in Python verarbeiteten Fragmenten wird sie gedreht, gewendet, iteriert und rekursiv wiederholt: Und die arme alte, lausige Erde, die meine und die meines Vaters und meiner Mutter und der Mutter meiner Mutter und des Vaters meiner Mutter und der Mutter meines Vaters und des Vaters meines Vaters und der Mutter der Mutter meiner Mutter und …

Mehr dazu auf 0x0a.

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Zwei neue Shklar-Bände

Eben erschienen: Judith N. Shklar, Verpflichtung, Loyalität, Exil.
Und angekündigt für den Herbst: Über Hannah Arendt.

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Aus der Verlagsankündigung:

Judith N. Shklar beschäftigte sich ihr Leben lang mit Hannah Arendt. In ihren Texten zeichnet sie ein ambivalentes Bild der 22 Jahre älteren Philosophin, kommt in ihrem Werk sowohl anerkennend als auch voller Witz und polemischer Schärfe immer wieder auf sie zurück. Shklar schätzt Arendt vor allem für ihre Gedanken zu Exil und Staatenlosigkeit und für ein Ethos, das das Versprechen der Politik und des jederzeit möglichen absoluten Neuanfangs hochhält. Zugleich aber kritisiert Shklar sie als hochtrabende Metaphysikerin und enttäuschte Marxistin mit einem Hang zu politischer Romantik. Über die Revolution ist für Shklar ein »blamables Buch«, während Arendt in Eichmann in Jerusalem mit dem Hochmut des selbsterklärten Parias lediglich »epigonal und amateurhaft« über Politik zu reflektieren weiß. Gegen Arendts heldenhaftes Verständnis von Politik und ihre Blindheit für historische Ungerechtig keiten stellt Shklar das Lob eines unpersönlichen Prozeduralismus und ihren eigenen Liberalismus der Furcht und der Rechte – so ist Shklars Werk nicht zuletzt gegen Arendts Denken entstanden. Mit den hier versammelten Texten ist es nun möglich, das Verhältnis zweier zentraler politischer Theoretike rinnen des 20. Jahrhunderts nachzuvollziehen.

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Beitrag für den Merkur

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Im neuen Merkur (gratis abzurufen) schreibe ich über den aktuellen Stand der Anthropozän-Debatte und schlage vor, sie mit Rekurs auf die Tradition einer „Negativen Anthropologie“ zu erweitern.

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Rezensionsumschau für »Halbzeug«

Cover Hannes Bajohr, Halbzeug, Suhrkamp

Halbzeug. Textverarbeitung erschien im März 2018 im Suhrkamp Verlag.

Rezensionen bisher:

Interviews:

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Digitale Literatur in der NZZ

Heute erschien ein Beitrag von mir über digitale Literatur in der NZZ.

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