SO ASKANISCH IN DEN SEXUELLEN GRUNDSÄTZEN

das haus wie von kindern geführt
in junger mißbilligung
besitz fiel an rauch
verging in großfamilie

schwiegervatervormittag

die gebilde der hausesteilhaber
zusammengehalten durch
blutsverwandte gegenteile
ganz prekär polyandrisch

nichtgemeinschaft durchaus nicht

einbeziehung der brunnen und der zeit
ausschluß aushäusiger bahndämme
und fortbestand im brieflich sexuellen

machtstellung des geschwistergegenübers

kinderentwicklung als
hinterfensterregulierung
und treppengewöhnung

tatsächlich sekundär glücklich hier

in abschwächung leuchtet
die blutschande
ganz angenehm so durch
meine soziale ordnungsfremde

[Theodor Fontane, Effi Briest. Romane und Erzählungen in acht Bänden. Band 7, Berlin und Weimar: Aufbau 1973, S. 271 und Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. Besorgt von Johannes Winckelmann. Studienausgabe, Tübingen 1980, Zweiter Teil, Kapitel III, §3, »Die sexuellen Beziehungen in der Hausgemeinschaft«, S. 218f.]

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7 × ARSENALERWEITERUNG (COLLÈGE DER ORDNUNGEN)

pflichtfach vorhandensein

niemand galt bisher

verlockend entgleitet
die sogenannte goldmine
anspruchsvoller erfahrung
unsere jugendlichen betrachten
wintersemester der richtigen technologien

transhumanismus aller buchtechnologien
übermenschlich heute haben wir
uns nicht mehr eine zukunft gemeinsam
dieses neue unausschöpflich ist sinnvoller
dem wünschen mit hoher erwartung

inselbegabung internet

im schwitzen des kulturjournalismus

schärfere organisationsformen die
gelöscht im trakl der selbstauflösung
mystisch und in selbstzweck
dem visitor die abriebhalde
zu babylon übertragen

wo substanz der menschen interessiert
haben noch die gelände schicksalen
hoch abgerungene wirkmacht
in einem nistet nämlich ausgemerzt
ein es-talk im wollen-werden

denkziegel now

welt-denkfehler zukunft

sei der informationen alleweil zu muß
prozesse nur lasst definieren
die liebsten diskurs-protagonisten
man entbindet die jahre letztlich
in foucault-schneisen der anteilnahme

wir haben leser unserer empfunden
wir selbstbezug zu uns autoropfer
wir halbes unmittelbar
deutschland bewegen
dazu führt das

[Alle Texte dieses Bandes gemeinsam als Wortkorpus verwendet und willkürlich mit dem PHP-basierten Automatengedichtautomaten rekombiniert, danach frei bearbeitet, vgl.
hannesbajohr.de/automatengedichtautomat, v.a. Regel 6.]

automatengedichte literarisches Neue Rundschau

WE AN I

I

staring
as hot days
obese was their movement
disappeared

had i parts
and an end
as i rustled

be in the i inexorably
be ordered disguised
but a wound

II

forgot the above
had cyclones made
turned slowly

had wings everywhere
wrapped in sky
in shapes of transition

started flapping
the wind a mess
but i was him next

and maybe leaning
towards the grain
i tried a cloud

III

inaudible crows
could their jaws
not consider

[Textgrundlage: Hannes Bajohr, »How To Dissolve«, in: Androgyny Magazine 3/2007]

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ERFAHRUNG HAT GEBURTSTAG

besprechungspunkte
angesprochen

nö bitte

tausend bordsteinberliner
prangern an

ja 90000 huldigen
ach der verunglimpfung

[Textgrundlage: Alle von Christopher Lauer alias @schmidtlepp am 19. Januar 2012 abgesetzten Tweets.]

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AGENTS, COUNTER-ACTION, CHARACTERS

is hero
claims is broken

whereabouts introduced

agrees unrecognised to family causes
reacts to abduction attempt

killed is the pursued confidence

withstands/fails
objects, villains, and ordeals

disappearance takes hero

unfounded agent dispatched
presents enemy

hero substitutes misfortune

villain is transferred a
victim of transferred deception

hero unrecognisably reconciles

theft of him/her, resolved
violated information is defeated in task

powers for another imprisonment

victim’s torments
victimised garments

hero handsome hero

forced are nightly his/her desires
and marriage gains home by home

[Textgrundlage: Vladimir Jakovlevich Propp, Morphology of the Folktale, Austin/London 1968, S. 26 f.]

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DIE AND DÉSIR

    im land encore
    mit blässhühnern volés
    comme la nuit pudibonde

zeigen veralgte photos
anderen den vorschuß welt
erinnern lieblich
an luftbläschen und
l’enfance froide

    wie da jemand unten war
    die hoch-augen auf les toits
    der wasseroberfläche

bitternass bist du la domenica
trocken nur wo deine veillée beginnt
durch haare klug siehst du des vorhangs aug
auflöst deux poussières et le maintenant

    und die nennen hier
    deine verhältnisse rien –
    j’imagine les mots sofort

du weißt dein rouge
machst worte dürftig
und cowardice noch zu begriff

blanche perdue darf derrière
zu einer alge sprechen
und hambourg hat die schiebe-haut zurückgestrichen

absehbare du
reißt im nahen bereits den worten horizonte
    aber dein styx va mal en pis

die welt im neige-sprung
trägt dedans wimpern
    nun auch verzagt zu sein ein plus

[Textgrundlage: Ann Cotten, The shape of the eye and the cowardice und Guy Gofette, Herbertstrasse ou comme si, beide zufällig auf lyrikline.org ausgesucht, im Verhältnis 70:30.]

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GING AUF, VOLLER ALBATROSSE, NACHT

                                                                ich südwind

                                                                im flügelfaltenden weiter
                                                                mondesplump hinauf

                                                                neigte ich wasser
                                                                zerbrach luft

                                          lauf unversehrt, meer

                                          hattest seesturmsfahrzeuge heilige
                                          vor abraham geheimnisse
                                          und beschriftetest menschen
                                          die hoch deiner scham wehten

                                          krachtönende cherubim
                                          preisen die salzflut
                                          trotzt gefiederten vormittags
                                          lachst erzengelschwingen du treu

                           schoß zu sein und doch verschleiert

                           deine erinnerung senkt bogenschützen
                           die hatten die sitten der luft

                           und durch übelaugen blicktest du
                           postbote städtischen grußes

                           und aus süd ruft regen
                           so könnten endlich wir wenden

                           und der luftmatrose mit seinem gottruder
                           angelt sturmnebelleiber

  christenseel im albatrosregen

  wankten riesenflügel höhnte ich
  und warf seespott an wolken


[Textgrundlage: Charles Baudelaire, Der Albatros, in: Die Blumen des Bösen. Übertragen von Wolf Graf von Kalckreuth. Mit Illustrationen von Heinrich Wilhelm Wulff, Frankfurt am Main: Insel 1999, S. 7, Herman Melville, Moby-Dick, oder Der Wal. Übersetzt von Matthias Jendis, München: Hanser 2001, S. 312 (Fußnote über den Albatros), Samuel Taylor Coleridge, Der alte Matrose (The Rime of the Ancient Mariner). Übersetzt von Ferdinand Freiligrath, München: Josef Müller 1925, S. 10-12.]

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ICH-LAGEN ERSCHLIESSEN

verführung aschgrauer meerversion
    unserer helle voll
       in farben übersetzt

klingelschild und katze
    gezüchtete herzhoheit
        übereinander rollt die zuckerrohrfabrik

könnten diese deprivationen
    dich schlange in wie immer
       nächste kinderfeste rücken

und fertiggerichte flüsternd
    schwollen die mandelaugen
        dass die fellflüsse dieser pflanze
    schon je den dingen
verdächtig waren

aufhören ohne den schmerz
    dänischer flüsse am frischedatum
        bin aufgespießt unterm
    plastikdach nachdenke
meinen wespenmustern

einfalt eingewoben der strecke gar
    ist zumindest optimal so nachts hölzern

brauchbare lider ja zärtlicher trost
    den ich draußen im aufwachraum bestehe

ich-lagen erschließen
    wochenlang ins mohnkuchen-fleisch
    wir füreinander felder
darin sei geld

[Textgrundlage: Die auf kookbooks.de zugänglichen Leseproben folgender Bücher: Daniela Seel, ich kann diese stelle nicht wiederfinden; Mathias Traxler, You’re welcome; Alexander Gumz, ausrücken mit modellen; Martina Hefter, Nach den Diskotheken; Steffen Popp, Kolonie zur Sonne; Sabine Scho, farben; Christian Schloyer, spiel · ur · meere; Monika Rinck, zum fernbleiben der umarmung; Tom Schulz, Vergeuden, den Tag; Hendrik Jackson, Dunkelströme; Uljana Wolf, kochanie ich habe brot gekauft; Gerhard Falkner, Gegensprechstadt; Steffen Popp, Wie Alpen; Ron Winkler, vereinzelt passanten; Daniel Falb, die räumung dieser parks.]

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KOMIKER DER ÜBERLASTUNG

der ausgang ganz funke,
werkstücke desselben, sorte:
weiter im programm

in metrisch todmüder bearbeitungsleistung
nahmen lyrische sicherungsversuche einfluss
noch als gedichte sich ankündigten

[Textgrundlage: Einträge »Gedicht« und »Automat« in: Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 2000.]

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FUCHS DES FUCHSES

in einem keller die füchsin
schlägt grimm vor dem wettstreit
mit der rache des hahnes

der lässt elstern los
auf kleinste und verletzte
und verzehrt füchse

der hahn: fuchs des fuchses
zu fuchs-verlust verleitend

[Textgrundlage: Antti Aarne, »Die Tiere des Waldes«, Nr. 1-69 (»Der Fuchs = das schlaue Tier«), in: Verzeichnis der Märchentypen, mit Hülfe von Fachgenossen ausgearbeitet, Helsinki 1910, S. 1-6.]

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