DAS WOLLEN DER DRÄHTE

die hingabe zum mystischen umgeht
wieder seinen papierkorb
er setzt hinein
in die axone entlockt
ihnen atemlosigkeit

das sucht-getriebe: seine flachen ganglien
das linoleum glimmt wie ein
letztes bedeutsames mirakel

ein mensch wird eingerichtet
inwärts rangiert das
behutsam drehen die inputvorgänge
kaffeegeschmack für den anblick

euch allein lassen synapsen zwischen verschlägen

dumpf und vorgereckt
die blaufahl besoffene legende
auf dem inzwischen geschürzt wartenden
liegt bloß oberfläche

das geschmacksnerven-gefühl
es gebiert gaumen

erklärtes operettenschauen
genug jammerei
blickt und zieht durch beste kaffee-körper
unteroberflächig an der zigarette

über ihm die tatsachenwidrige organische information

flur auf
geniesse abscheu
zu licht gewisses
aufwachen in fingern

er beobachtet noch
kraftlos gestreckter zivilisationsbeweis
das wollen der drähte

[Textgrundlage: Eigener unveröffentlichter Text.]

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ALS MEILER IN DIESEM DEUTSCHLAND

im september, herr, kommen meiler
und extraportionen der bürger im herbst

die kanzlerin wirkte das netz mit:
alle szenarien moderat hochprofitabel,
aber durchschnittswerte verlieren berufung

wermutstropfen reststrommenge

viel verlängerung, kaum verzicht
und baden-württemberg

überhaupt: ende

[Textgrundlage: Sebastian Fischer, »Schwarz-Gelb beglückt Atomindustrie«, spiegel.de, 09.08.2010.]

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ICH SEHE 1991

längst gegebene bedürfnisse
exzentrisch sind die
mit unsern schläuchen vervielfältigt worden
zu bloßen amerikanern
mit wesentlich verstärkten texas-jahren

bildung im dreiviertel dasein
ich sehe 1991:
wir vollenden uns im hören von notenbankchefs
die uns ihre radikalsten hälften zutun

danach noch zinsen

bankenkrise
wir banken einfalt
und den prozent unseres seins

verbindung
von bedürfnissen
in liquidität vernichtet

erst noch mittwochabende in allgemeinen achtziger-idealen
und organisation überall
heute feuerwehr

die systeme mit natur-kräften
pumpen sich selbst die
expansionsphasen auf

höchstens durch mammut-übernahmen
gehn noch punkte an unsre wunden prozente

[Textgrundlage: Friedrich Hölderlin, Fragment von Hyperion, in: Sämtliche Werke. Band 3, Stuttgart 1958, S. 169 und Josef Joffe, »Keine Krise des Westens«, in: Die ZEIT vom 28.01.2008, im Verhältnis 50:50.]

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RÜTTGERS BLÄTTERT LÄCHELND IN 14000 SPIEGELN

rüttgers blättert lächelnd in 14000 spiegeln
übernimmt wochenenden
außerdem bei sich: nrw-cdu
posiert zu einzelgesprächen

hatte doch partei

präsentiert zukunftskongressimagebroschüren
den stellt der generalblick gut
ministerpräsidentenlächelnd
erscheinen fotos
und werbebriefe für generalsekretäre

es war münster

verkehr der landesvorsitzenden
mit 3 der üblichen firmen
verspricht schließlich anzeige
persönlich bezahlt

alles da
alles jürgen

[Textgrundlage: Björn Hengst und Philipp Wittrock, »Sponsoring-Affäre verhagelt Rüttgers den Wahlkampf«, spiegel.de, 22.02.2010.]

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