Zwei (halb-)neue Herausgaben

Cover Briefwechsel zwischen Hans Blumenberg und Hans Jonas. Cover Der Anthropos im Anthropozän

Ganz neu ist der Briefwechsel zwischen Hans Jonas und Hans Blumenberg, den ich für den Suhrkamp Verlag zusammen mit Bernadette Böhler-Herrmann herausgegeben habe (unter ihrer Herausgeberinnenschaft erscheint er integriert in die Jonas-Werkausgabe, die bei Rombach erscheint). Hier geht es zur Rezension in der FAZ von Jürgen Goldstein (zu den Besprechungen scrollen).

Nur neu aufgelegt, aber im Paperback nun ungleich günstiger als die Hardcover-Auflage, wurde der Band Der Anthropos im Anthropozän; darin geht es über die Rückkehr des Menschen in gegenwärtigen Anthropozäntheorien. Guillaume Paolis Rezension der Erstauflage im Freitag findet sich hier.

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Aktuelles Buch: Schreibenlassen. Texte zur Literatur im Digitalen

Cover Hannes Bajohr, Schreibenlassen. Texte zur Literatur im Digitalen. Berlin: August 2022

Der Essayband Schreibenlassen. Texte zur Literatur im Digitalen versammelt Aufsätze zu digitaler Literatur, künstlicher Intelligenz und Schreibpraktiken mit dem Computer. Aus der Verlagsbeschreibung: 

Alle Literatur ist heute digital, aber nicht jede weiß darum. Die Frage, in welchem Sinne von digitaler Literatur gesprochen werden kann und was daraus für das Wissen über Literatur und Digitalität folgt, animiert die Beiträge dieses Bandes. In ihnen diskutiert Hannes Bajohr Verwandtschaftsverhältnisse zwischen konzeptueller und programmierter Literatur, skizziert Poetologien und Schreibpraktiken und stellt sich der Herausforderung, die Künstliche Intelligenz sowie machine learning für das literarische Schreiben darstellen. So dokumentieren die zwischen 2014 und 2021 entstandenen Texte auch die Veränderungen in der Diskussion über Literatur im Digitalen. Sie erheben Einspruch gegen ein „prometheisches Unbehagen“, das die Ersetzung des Menschen durch die Maschine fürchtet und daher die Maschine nur menschlich denken kann. Welche Möglichkeiten ergeben sich stattdessen aus einer Literaturproduktion, die nicht mehr an einer anthropologischen Sonderstellung und Begriffen wie Genie oder Kreativität orientiert ist? Denn Literatur, so lässt sich hier erfahren, gibt es ohnehin nur als Verabredung.

Man kann Schreibenlassen im August Verlag bestellen.

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Neues über Hans Blumenberg

Cover Blumenbergs Verfahren. Neue Zugänge zum Werk, hg. v. Hannes Bajohr und Eva Geulen. Göttingen: Wallstein 2022. Cover von New German Critique 49:1 (2022), Sonderheft "Blumenberg at 101"

Dieses Jahr beginnt mit zwei neuen Publikationen über Hans Blumenberg, die ich (mit)ediert habe. Als spätes Resultat einer im Oktober 2019 abgehaltenen Tagung ist im Wallstein Verlag der von Eva Geulen und mir herausgegebene Band Blumenbergs Verfahren. Neue Zugänge zum Werk erschienen. Zeitgleich, aber bereits seit drei Jahren in Vorbereitung, kommt auch ein Sonderheft von New German Critique mit dem Titel »Blumenberg at 101« heraus.

Mein Beitrag ist eine Untersuchung über einen faszinierenden, aber oft übersehenen Text Blumenbergs aus dem Mai 1968 über politische Theorie. Hier ist er auf Deutsch, hier auf Englisch zu lesen.

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Neuer Titel: Blanks. Word Processing

Cover of Hannes Bajohr, Blanks. Word Processing, Denver: Counterpath 2021.Soeben ist Blanks: Word Processing – die englische Übersetzung meines Gedichtbandes Halbzeug. Textverarbeitung – bei Counterpath Press in Nick Montforts Using Electricity-Serie erschienen.

Ein book launch findet am 21 November bei Room & Board, Brooklyn statt.

Kaufen kann man das Buch hier.

Außerdem hat das Buch zwei schöne Blurbs bekommen:

“How to translate the process by which a computer ‘hears’ spoken speech and interprets it into a different language? As what other creaturely forms might Gregor Samsa awaken? These are but a sample of the questions asked by Hannes Bajohr in his new book, Blanks. Collected over ten years, the poems and writing of Blanks demonstrate the breadth of lyricism available to the careful curator of machine-generated/machine-intervened literature. Using a wide variety of machine processes, Bajohr maximizes the discoveries one can make inside other texts—from the canonical Metamorphosis to the more mundane of German literotica and business manuals. More than a book of computer-generated work, this book fascinates the reader through the intimacies of translation—not just from source language to target language, but translation and re-articulation of the composition process, yielding new texts faithful to method if not word-by-word parity. From the sorting and sifting of corpora, from extraction and arrangement, Bajohr’s work excites and beautifies the growing realm of computational poetics.
—Lillian-Yvonne Bertram

“Blanks is a series of poems generated using various pre-existing source texts including some of Bajohr’s own previous work. Each poem concludes by disclosing the various “programs” used to compose it (like Python, search filters, procedures, and algorithms), but some are also additionally edited “manually” and “selectively” (i.e. libidinally) by the poet. This book presents the facility of the poem as a resource for exploring the turbulent, political terrain cleaved open by the dissolution of distinct boundaries between person and machine, writing tool(s) and text, poem and reading tool(s). Written during a historical period that saw haphazardly designed, discriminatory algorithms rapidly and radically redistribute things like labor, global economics and attention itself, Blanks hovers on the moment when invisible tools designed imperfectly reveal themselves to have been operative independent of user agency.”
—Holly Melgard

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Neuer Shklar-Band: Über Ungerechtigkeit

Auf der Buchmesse wurde die von mir überarbeitete deutsche Übersetzung von Judith Shklars Faces of Injustice unter dem Titel Über Ungerechtigkeit. Erkundungen zu einem moralischen Gefühl von Matthes & Seitz vorgestellt. Man kann das Buch hier bestellen.

Aus der Beschreibung:

Was ist Ungerechtigkeit, was Unglück? Die Philosophin Judith Shklar widmet sich in ihrer bahnbrechenden Untersuchung einem unterschätzten politischen Problem.
»Die Unterscheidung zwischen Unglück und Ungerechtigkeit hat oft mit unserer Bereitschaft und unserer Fähigkeit zu tun, im Namen der Opfer zu handeln, anzuklagen oder freizusprechen, zu helfen, wiedergutzumachen – oder uns einfach abzuwenden.«

Judith Shklar zeigt, dass die Unterscheidung von Unglück und Ungerechtigkeit wandelbar ist: Was vor hundert Jahren noch ein Unglück war, etwa eine Hungersnot, ist heute eine Ungerechtigkeit, weil es Mittel gibt, sie zu verhindern. Statt ideale Theorien zu konstruieren, fordert Shklar uns auf, auf die Stimmen der Opfer zu hören. In ihnen artikuliert sich ein Sinn für Ungerechtigkeit, der in den positiven Theorien der Gerechtigkeit keine Berücksichtigung findet. Die Philosophie hat viel zu selten über Ungerechtigkeit nachgedacht und sie, wenn überhaupt, nur im Rückspiegel ihrer Gerechtigkeitstheorien betrachtet. Shklars Erkundungen zu einem moralischen Gefühl ändern das und zeigen, wie folgenreich der Sinn für Ungerechtigkeit für die Gestaltung eines liberalen Staats und das Leben seiner Bürgerinnen und Bürger ist.

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Neuer Band: Text+Kritik, Digitale Literatur II

Im Oktober erschien der von Annette Gilbert und mir herausgegebene Sonderband von Text+Kritik zu Digitaler Literatur – die »II« im Titel bezieht sich auf den Vorgängerband von 2001, den dieser nach zwanzig Jahren ersetzt.

Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Andreas Bülhoff, Dîlan C. Çakir, Karl Wolfgang Flender, Christiane Frohmann, Annette Gilbert, Berit Glanz, Anna Kinder, Elias Kreuzmair, Jasmin Meerhoff, Kathrin Passig, Nils Penke, Sandra Richter, Thorsten Ries, Alexander Waszynski und mir sowie künstlerischen Arbeiten von Sarah Berger, Jasmin Meerhoff, Nick Montfort, Fabian Navarro, Allison Parrish, Kathrin Passig, Jörg Piringer, Selina Seemann und Gregor Weichbrodt.

Aus dem Klappentext:

Literatur ist so digital wie die Gesellschaft, in der sie stattfindet. Heute sind Rezeption und Literaturproduktion weitestgehend von digitaler Technik bestimmt.
Und doch lassen sich Unterschiede ausmachen, inwieweit die unter den Bedingungen einer digital bestimmten Lebenswelt produzierte Literatur auch diese Bedingtheit reflektiert. Im Gegenwartsroman, in dem Digitalität vor allem auf Beschreibungsebene Eingang findet, werden die Parameter klassischer literarischer Form selten angetastet. Weiter gehen Experimente in sozialen Medien, in denen die Tools der Plattformen neue Schreibweisen hervorbringen. Und wieder Bedeutung gewonnen hat jene Tradition, die man genuin digitale Literatur nennen kann und die nicht nur nebenbei und instrumentell digitale Technik verwendet, sondern ihre Werke ganz wesentlich durch Computer, Algorithmen oder neuronale Netze produziert.
Der Sonderband schreibt die erste Bestandsaufnahme digitaler Literatur in TEXT+KRITIK aus dem Jahr 2001 fort und hebt die Differenzen und Kontinuitäten hervor, die sich in diesem Feld seitdem ergeben haben. Als Diskussion des State of the Art in technischer wie literarischer Hinsicht ist er eine Momentaufnahme einer im Umbruch befindlichen Literatur.

Bestellen kann man den Band hier.

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»Infrastruktur«: Ausstellung am Bauhaus Dessau

Als Teil der »Bauhaus Fiktional«-Reihe habe ich den Sommer in einem der Meisterhäuser in Dessau verbracht. Zusammen mit Alexis Lowry, die die Werke von Charlotte Posenenske kuratiert hat, ist das Ergebnis meiner »Residenz« noch bis zum 10. April 2022 auf dem Meisterhäuser-Areal zu sehen. 

Aus der Ausstellungsbroschüre: »Bajohr hat in seiner Residenz in Dessau historische Dokumente rund um die Meisterhäuser – wie Inventarlisten, Kostenaufstellungen, Mietverträge und rechtliche Korrespondenzen – recherchiert, ihn interessiert die archivalische Ebene der Infrastruktur. Er hat dieses gesammelte Textmaterial durch Appropriation und bestimmte textliche Verfahren (etwa die Neustrukturierung des Textmaterials nach Konjunktionen) in Plakate mit seriellem Charakter verwandelt, die im Außenraum der Meisterhäuser angeschlagen werden und dort auf die normalerweise nicht sichtbaren historischen Hintergründe der Häuser hinweisen.«

Mehr zur Ausstellung auf der Bauhaus-Website; ein Interview mit mir gibt es hier

Foto: © Yvonne Tenschert

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Negative Anthropologie: Zwei neue Beiträge

Titel des Sammelbands 'Negative Anthropologie'  Titel des Sammelbands 'Denn das Wahre ist das Ganze nicht'

In Kürze erscheinen von mir zwei Beiträge zur negativen Anthropologie, einem bereits länger bearbeiteten Thema. Was darunter zu verstehen ist und welche Philosophien sich unter diesem Titel wiederfinden, habe ich für zwei Sammelbände untersucht.

1969 wurde Ulrich Sonnemanns Buch Negative Anthropologie veröffentlicht, dessen Autor im weiteren Umfeld der Kritischen Theorie angesiedelt war, und Tobias Heinze und Martin Mettin haben dem Buch und seinem Autor nun einen Sammelband gewidmet. Dort gehe ich der »Negativen Anthropologie« jenseits der Negativen Anthropologie nach und zeige, dass der Begriff nicht von Sonnemann erfunden wurde, sondern, im Gegenteil, an verschiedenen Orten, Kontexten und Zeiten sich wie von selbst einstellte. Dabei herrschen drei Grundbedeutungen vor: Der Mensch ist undefinierbar oder man kann sich ihm nur über die Bestimmung dessen nähern, was er je nicht ist (apophatische Anthropologie); der Mensch ist schlecht oder gefährlich (pessimistische Anthropologie); der Mensch ist unvollständig oder dekadent (defektive Anthropologie).
Hier ist der Text zu lesen.

Diese Dimensionen finden sich dann auch bei einer Reihe von Philosophien wieder, die den Begriff entweder wörtlich gebrauchen oder nur retrospektiv so zu bezeichnen sind. In einem Essay zum von Sebastian Edinger und mir herausgegebenen Sammelband Negative Anthropologie widmet sich exemplarisch vier negativen Anthropologien. Von Helmuth Plessner über Günther Anders und Hannah Arendt bis hin zu Sonnemann selbst, stehen sie für eine Skala unterschiedlich »starker« Konzeptionen dessen, was negative Anthropologie ist. Dass sie weiterhin aktuell sind, zeige ich zum Schluss am Beispiel dreier Themen: Dem Posthumanismus, dem Anthropozän und dem Transhumanismus.
Diesen Beitrag kann man hier lesen.

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Über künstlerische Künstliche Intelligenz

Weiter geht es mit Literatur über KI – mit einem Beitrag über KI-Literatur. Für den Merkur habe anlässlich der Publikation von Daniel Kehlmanns neuem Buch Mein Algorithmus und ich über die Grenzen eines starken Modells künstlerischer KI geschrieben und für ein ästhetisch und theoretisch anspruchsvolleres schwaches Modell plädiert.

Hier ist der Beitrag zu lesen.
 
 
 
 
 
 

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Beitrag über die Politik großer Sprachmodelle

Beitrag für die Republik
Für die Republik habe ich einen Text geschrieben, der sich mit der immer schon aktiven Ideologie von KI, zumal “großen Sprachmodellen” befasst. Er ist hier zu lesen.

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