Neuer Titel: Blanks. Word Processing

Soeben ist Blanks: Word Processing – die englische Übersetzung meines Gedichtbandes Halbzeug. Textverarbeitung – bei Counterpath Press in Nick Montforts Using Electricity-Serie erschienen.

Ein book launch findet am 21 November bei Room & Board, Brooklyn statt.

Kaufen kann man das Buch hier.

Außerdem hat das Buch zwei schöne Blurbs bekommen:

“How to translate the process by which a computer ‘hears’ spoken speech and interprets it into a different language? As what other creaturely forms might Gregor Samsa awaken? These are but a sample of the questions asked by Hannes Bajohr in his new book, Blanks. Collected over ten years, the poems and writing of Blanks demonstrate the breadth of lyricism available to the careful curator of machine-generated/machine-intervened literature. Using a wide variety of machine processes, Bajohr maximizes the discoveries one can make inside other texts—from the canonical Metamorphosis to the more mundane of German literotica and business manuals. More than a book of computer-generated work, this book fascinates the reader through the intimacies of translation—not just from source language to target language, but translation and re-articulation of the composition process, yielding new texts faithful to method if not word-by-word parity. From the sorting and sifting of corpora, from extraction and arrangement, Bajohr’s work excites and beautifies the growing realm of computational poetics.
—Lillian-Yvonne Bertram

“Blanks is a series of poems generated using various pre-existing source texts including some of Bajohr’s own previous work. Each poem concludes by disclosing the various “programs” used to compose it (like Python, search filters, procedures, and algorithms), but some are also additionally edited “manually” and “selectively” (i.e. libidinally) by the poet. This book presents the facility of the poem as a resource for exploring the turbulent, political terrain cleaved open by the dissolution of distinct boundaries between person and machine, writing tool(s) and text, poem and reading tool(s). Written during a historical period that saw haphazardly designed, discriminatory algorithms rapidly and radically redistribute things like labor, global economics and attention itself, Blanks hovers on the moment when invisible tools designed imperfectly reveal themselves to have been operative independent of user agency.”
—Holly Melgard

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Neuer Shklar-Band: Über Ungerechtigkeit

Auf der Buchmesse wurde die von mir überarbeitete deutsche Übersetzung von Judith Shklars Faces of Injustice unter dem Titel Über Ungerechtigkeit. Erkundungen zu einem moralischen Gefühl von Matthes & Seitz vorgestellt. Man kann das Buch hier bestellen.

Aus der Beschreibung:

Was ist Ungerechtigkeit, was Unglück? Die Philosophin Judith Shklar widmet sich in ihrer bahnbrechenden Untersuchung einem unterschätzten politischen Problem.
»Die Unterscheidung zwischen Unglück und Ungerechtigkeit hat oft mit unserer Bereitschaft und unserer Fähigkeit zu tun, im Namen der Opfer zu handeln, anzuklagen oder freizusprechen, zu helfen, wiedergutzumachen – oder uns einfach abzuwenden.«

Judith Shklar zeigt, dass die Unterscheidung von Unglück und Ungerechtigkeit wandelbar ist: Was vor hundert Jahren noch ein Unglück war, etwa eine Hungersnot, ist heute eine Ungerechtigkeit, weil es Mittel gibt, sie zu verhindern. Statt ideale Theorien zu konstruieren, fordert Shklar uns auf, auf die Stimmen der Opfer zu hören. In ihnen artikuliert sich ein Sinn für Ungerechtigkeit, der in den positiven Theorien der Gerechtigkeit keine Berücksichtigung findet. Die Philosophie hat viel zu selten über Ungerechtigkeit nachgedacht und sie, wenn überhaupt, nur im Rückspiegel ihrer Gerechtigkeitstheorien betrachtet. Shklars Erkundungen zu einem moralischen Gefühl ändern das und zeigen, wie folgenreich der Sinn für Ungerechtigkeit für die Gestaltung eines liberalen Staats und das Leben seiner Bürgerinnen und Bürger ist.

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Neuer Band: Text+Kritik, Digitale Literatur II

Im Oktober erschien der von Annette Gilbert und mir herausgegebene Sonderband von Text+Kritik zu Digitaler Literatur – die »II« im Titel bezieht sich auf den Vorgängerband von 2001, den dieser nach zwanzig Jahren ersetzt.

Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Andreas Bülhoff, Dîlan C. Çakir, Karl Wolfgang Flender, Christiane Frohmann, Annette Gilbert, Berit Glanz, Anna Kinder, Elias Kreuzmair, Jasmin Meerhoff, Kathrin Passig, Nils Penke, Sandra Richter, Thorsten Ries, Alexander Waszynski und mir sowie künstlerischen Arbeiten von Sarah Berger, Jasmin Meerhoff, Nick Montfort, Fabian Navarro, Allison Parrish, Kathrin Passig, Jörg Piringer, Selina Seemann und Gregor Weichbrodt.

 

Aus dem Klappentext: 

Literatur ist so digital wie die Gesellschaft, in der sie stattfindet. Heute sind Rezeption und Literaturproduktion weitestgehend von digitaler Technik bestimmt.
Und doch lassen sich Unterschiede ausmachen, inwieweit die unter den Bedingungen einer digital bestimmten Lebenswelt produzierte Literatur auch diese Bedingtheit reflektiert. Im Gegenwartsroman, in dem Digitalität vor allem auf Beschreibungsebene Eingang findet, werden die Parameter klassischer literarischer Form selten angetastet. Weiter gehen Experimente in sozialen Medien, in denen die Tools der Plattformen neue Schreibweisen hervorbringen. Und wieder Bedeutung gewonnen hat jene Tradition, die man genuin digitale Literatur nennen kann und die nicht nur nebenbei und instrumentell digitale Technik verwendet, sondern ihre Werke ganz wesentlich durch Computer, Algorithmen oder neuronale Netze produziert.
Der Sonderband schreibt die erste Bestandsaufnahme digitaler Literatur in TEXT+KRITIK aus dem Jahr 2001 fort und hebt die Differenzen und Kontinuitäten hervor, die sich in diesem Feld seitdem ergeben haben. Als Diskussion des State of the Art in technischer wie literarischer Hinsicht ist er eine Momentaufnahme einer im Umbruch befindlichen Literatur.

Bestellen kann man den Band hier.

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»Infrastruktur«: Ausstellung am Bauhaus Dessau

Als Teil der »Bauhaus Fiktional«-Reihe habe ich den Sommer in einem der Meisterhäuser in Dessau verbracht. Zusammen mit Alexis Lowry, die die Werke von Charlotte Posenenske kuratiert hat, ist das Ergebnis meiner »Residenz« noch bis zum 10. April 2022 auf dem Meisterhäuser-Areal zu sehen. 

Aus der Ausstellungsbroschüre: »Bajohr hat in seiner Residenz in Dessau historische Dokumente rund um die Meisterhäuser – wie Inventarlisten, Kostenaufstellungen, Mietverträge und rechtliche Korrespondenzen – recherchiert, ihn interessiert die archivalische Ebene der Infrastruktur. Er hat dieses gesammelte Textmaterial durch Appropriation und bestimmte textliche Verfahren (etwa die Neustrukturierung des Textmaterials nach Konjunktionen) in Plakate mit seriellem Charakter verwandelt, die im Außenraum der Meisterhäuser angeschlagen werden und dort auf die normalerweise nicht sichtbaren historischen Hintergründe der Häuser hinweisen.«

Mehr zur Ausstellung auf der Bauhaus-Website; ein Interview mit mir gibt es hier

Foto: © Yvonne Tenschert

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Negative Anthropologie: Zwei neue Beiträge

Titel des Sammelbands 'Negative Anthropologie'  Titel des Sammelbands 'Denn das Wahre ist das Ganze nicht'

In Kürze erscheinen von mir zwei Beiträge zur negativen Anthropologie, einem bereits länger bearbeiteten Thema. Was darunter zu verstehen ist und welche Philosophien sich unter diesem Titel wiederfinden, habe ich für zwei Sammelbände untersucht.

1969 wurde Ulrich Sonnemanns Buch Negative Anthropologie veröffentlicht, dessen Autor im weiteren Umfeld der Kritischen Theorie angesiedelt war, und Tobias Heinze und Martin Mettin haben dem Buch und seinem Autor nun einen Sammelband gewidmet. Dort gehe ich der »Negativen Anthropologie« jenseits der Negativen Anthropologie nach und zeige, dass der Begriff nicht von Sonnemann erfunden wurde, sondern, im Gegenteil, an verschiedenen Orten, Kontexten und Zeiten sich wie von selbst einstellte. Dabei herrschen drei Grundbedeutungen vor: Der Mensch ist undefinierbar oder man kann sich ihm nur über die Bestimmung dessen nähern, was er je nicht ist (apophatische Anthropologie); der Mensch ist schlecht oder gefährlich (pessimistische Anthropologie); der Mensch ist unvollständig oder dekadent (defektive Anthropologie).
Hier ist der Text zu lesen.

Diese Dimensionen finden sich dann auch bei einer Reihe von Philosophien wieder, die den Begriff entweder wörtlich gebrauchen oder nur retrospektiv so zu bezeichnen sind. In einem Essay zum von Sebastian Edinger und mir herausgegebenen Sammelband Negative Anthropologie widmet sich exemplarisch vier negativen Anthropologien. Von Helmuth Plessner über Günther Anders und Hannah Arendt bis hin zu Sonnemann selbst, stehen sie für eine Skala unterschiedlich »starker« Konzeptionen dessen, was negative Anthropologie ist. Dass sie weiterhin aktuell sind, zeige ich zum Schluss am Beispiel dreier Themen: Dem Posthumanismus, dem Anthropozän und dem Transhumanismus.
Diesen Beitrag kann man hier lesen.

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Über künstlerische Künstliche Intelligenz

Weiter geht es mit Literatur über KI – mit einem Beitrag über KI-Literatur. Für den Merkur habe anlässlich der Publikation von Daniel Kehlmanns neuem Buch Mein Algorithmus und ich über die Grenzen eines starken Modells künstlerischer KI geschrieben und für ein ästhetisch und theoretisch anspruchsvolleres schwaches Modell plädiert.

Hier ist der Beitrag zu lesen.
 
 
 
 
 
 

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Beitrag über die Politik großer Sprachmodelle

Beitrag für die Republik
Für die Republik habe ich einen Text geschrieben, der sich mit der immer schon aktiven Ideologie von KI, zumal “großen Sprachmodellen” befasst. Er ist hier zu lesen.

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Neues 0x0a-Projekt: Weisheit und Wiederholung

Cover Weisheit und WiederholungDas Buch im Schnelldurchlauf»Und« verbindet und trennt, koordiniert und hält auf Abstand. Doch bleibt das Verhältnis zwischen zwei durch »und« gekoppelten Termen ambivalent, kann sowohl Zusammengehörigkeit wie Gegensatz ausdrücken. Vielleicht dieser Vagheit wegen sind sie als Titel vor allem für philosophisch-literarische Großwerke populär: Sein und Zeit, Wirtschaft und Gesellschaft, Kritik und Krise, Mohn und Gedächtnis.

Aber noch ist nicht alles gesagt. Was ist mit Mohn und Zeit, Wirtschaft und Kritik, Sein und Krise? Es bleibt auch für zukünftige Diskursgrößen viel zu tun. Das Kompendium Weisheit und Wiederholung versammelt die Titel von 104.052 noch zu schreibenden Büchern: Eine To-do-Liste intellektueller Selbstbeschäftigung, erstellt durch alle möglichen Permutationen der von Hendrikje Schauer und Marcel Lepper gesammelten Titelpaare (Works & Nights, 2018).

Das Buch zum Download sowie die Hintergründe auf 0x0a. Kaufen kann man es hier.

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New text: The „Gestalt“ of AI

Zeitschrift für Medienwissenschaft My essay on the Gestalt logic of artificial neural networks that first appeared in Zeitschrift für Medienwissenschaft came out in English with Interface Critique. Read it here.
 
 
 
 
 
 
 

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Lyrix: Bundeswettbewerb für junge Lyrik

Im Februar ist Was man muss (Managementkorpus) Gedicht des Monats auf der Seite von Lyrix, dem Bundeswettbewerb für junge Lyrik. Dabei soll es Anregungen geben, selbst digitale Lyrik zu produzieren (in einem Video stelle ich vier mögliche Verfahren vor).

Schön ist auch das Arbeitsblatt für den Deutschunterricht, das zeigt, wie man Schüler:innen an den Gedanken heranführt, dass Text nicht immer ganz neu geschrieben werden muss, sondern immer schon Material ist, aus dem man Neues machen kann – auch mit digitalen Mitteln.

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