Neues über Hans Blumenberg

Cover Blumenbergs Verfahren. Neue Zugänge zum Werk, hg. v. Hannes Bajohr und Eva Geulen. Göttingen: Wallstein 2022. Cover von New German Critique 49:1 (2022), Sonderheft "Blumenberg at 101"

Dieses Jahr beginnt mit zwei neuen Publikationen über Hans Blumenberg, die ich (mit)ediert habe. Als spätes Resultat einer im Oktober 2019 abgehaltenen Tagung ist im Wallstein Verlag der von Eva Geulen und mir herausgegebene Band Blumenbergs Verfahren. Neue Zugänge zum Werk erschienen. Zeitgleich, aber bereits seit drei Jahren in Vorbereitung, kommt auch ein Sonderheft von New German Critique mit dem Titel »Blumenberg at 101« heraus.

Mein Beitrag ist eine Untersuchung über einen faszinierenden, aber oft übersehenen Text Blumenbergs aus dem Mai 1968 über politische Theorie. Read ist er auf Deutsch, here auf Englisch zu lesen.

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2 x Digitales: Merkur-Text und „Code und Konzept“

Code und Konzept Cover imgcodeundkonzeptcover

Zum Jahreswechsel zwei neue Veröffentlichungen zur Literatur im Digitalen:

Im Januar-Merkur schreibe ich über eine spezielle Form experimenteller Print-on-Demand-Literatur, die bei solchen Plattformen wie Troll Thread, GaussPDF, Traumawien oder 0x0a produziert wird, um im Frohmann-Verlag ist soeben meine Theorie-und-Praxis-Anthologie zur Verschränkung von Code- und konzeptueller Literatur. Code und Konzept gibt es bis Mitte Januar in einer kostenlosen Beta-Version auf Minimore.

 

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Deutsche Zeitschrift für Philosophie – Shklar-Schwerpunkt

Heute ist die neue „Deutsche Zeitschrift für Philosophie“ erschienen. Darin der von mir mit Burkhardt Liebsch zusammen herausgegebene Schwerpunkt zur politischen Philosophie Judith Shklars.
Neben einer längeren Einführung von Liebsch und mir finden sich darin Beiträge von Alfred Hirsch, Heidi Sallavería, Andreas Hetzel und ein ausgezeichneter Text von Samuel Moyn über Shklars „Legalism„, den ich übersetzt habe und der deutsche Leser ausführlich mit diesem frühen Hauptwerk bekannt macht.

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›Judith N. Shklar‹ jetzt als Ebook

Shklar-MSeB

Das werkbiografische Nachwort, das ich für meine Übersetzung von Judith N. Shklars ›Ganz normale Laster‹ geschrieben habe, ist jetzt auch separat als Ebook bei Matthes & Seitz erschienen. Kostenpunkt: 1,99. Am besten beim Verlag oder bei minimore .

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SCHREIBENLASSEN
Gegenwartsliteratur und die Furcht vorm Digitalen
(ungeschnitten)

 

(Eine redaktionell gekürzte Version dieses Textes ist erschienen in: Merkur, 7/2014.)

 

Ian Sommerville schrieb Anfang der 1960er auf einem Honeywell-Computer ein äußerst simples Programm. Der Input bestand aus einer Zeichenkette (»Satz«), deren n Elemente (»Wörter«) durch Leerzeichen getrennt waren. Gemäß aller möglichen Kombinationen wurden diese Elemente neu zusammengesetzt und alle Permutationen (»Zeilen«) untereinander auf einem Monitor als Textblock ausgegeben (»Gedicht«). Bei einem »Satz« aus n »Wörtern« entsteht demnach ein »Gedicht« aus n! »Zeilen«. Ist n=5, sind das 5·4·3·2·1=120. Aus dem Input »I AM THAT I AM« wird so: (more…)

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›Ganz normale Laster‹ erschienen

Ganz_normale_Laster Cover

Heute ist meine Übersetzung von Judith N. Shklars Meditation über liberale Laster bei Matthes und Seitz erschienen. Ganz normale Laster (Orig.: Ordinary Vices, 1984), Shklars Hauptwerk, ist Grundlage und erste Formulierung des Liberalismus der Furcht, der letztes Jahr erschien.

Einen Auszug aus meinem demnächst auch separat als Ebook erscheinenden werkbiografischen Nachwort kann man here (German).

Rezensionen: FAZ, DLF, DRadio, NZZZeit Online, Spiegel Online, Information Philosophie

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Neuer ›Merkur‹ erschienen

MERKUR Juli 2014

Im nächsten Merkur erscheint mein Text »Schreibenlassen. Gegenwartsliteratur und die Furcht vorm Digitalen«. Er ist bereits jetzt als kostenlose Vorschau auf der Klett-Cotta-Seite abzurufen.
In zwei Wochen (der Verlag besteht auf die Frist) werde ich auf dieser Seite eine längere Version des Textes hochladen. (more…)

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THE FUTURE OF PHILOLOGY – INTRODUCTION

Soon, the fruits of a graduate conference I co-hosted two years ago at Columbia can be read in the volume „The Future of Philology,“ published by Cambridge Scholars and bound to appear in the fall.

Here is the introduction, written with Benjamin Dorvel, Vincent Hessling, and Tabea Weitz.

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FÜNF VORSCHLÄGE FÜR EIN NEUES JAHRTAUSEND (EGO-FREIE VERSION)

Im März 2014 erschien die Neue Rundschau unter dem Titel »Manifeste für eine Literatur der Zukunft«, für die der Herausgeber, Jan Brandt, Programmatisches und Prognostisches versammelte. Zeitgleich schrieben auf der S.Fischer-Website hundertvierzehn.de Brandt, Annika Reich, Nikola Richter, Clemens Setz, Jörg Albrecht und ich an einem kooperativen Live-Kommentar.

Mir gefiel an diesem Experiment vor allem, wie widerspüchlich der Text wurde, und wie kreiselnd er fortschritt, nach links und rechts ausbrach, vom Abstrakten ins Konkrete und wieder zurück.

Aber weil der Editor, Etherpad Lite, noch erlaubte, die Autoren per Farbcode zu identifizieren, war es eben doch kein kollektives Selbstgespräch, sondern eher ein schlampig formatiertes Drama, in dem man den Wechsel der Stimmen noch viel zu gut nachvollziehen konnte.

Wie anders er sich liest, wenn die Farben wegfallen, kann man hier sehen: Er wird ein großer Selbstzweifel, etwas prophetisch, etwas banal, und immer ein wenig schizophren. (more…)

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HALBZEUG FÜRS ZEUGHAUS
Notizen zur Arsenalerweiterung

Ar|se|nal n. Rüstkammer, Zeughaus. Ital. arsenale m., eine Entlehnung von arab. dar as-sina ̔a ›Haus, wo etw. hergestellt wird‹.

Halb|zeug, n. halbfertiges Erzeugnis; Ware zwischen Rohstoff u. Fertigfabrikat, die schon verschiedene Fertigungsstufen hinter sich hat, aber noch weitere durchlaufen muss.


Das Ding entrüstet sich, weil es vom Unding her Witterung aufnimmt. Das Unding ist das Digitale.

 

Wo sich heute das Ding gegen das Unding auflehnt, ist das ein Exerzitium in kannibalischer Nostalgie. Die scheinbare Rückkehr des Dings ist nur eine hilflose Fetischisierung im Schatten des Undings.

 

Der Text, der immer schon Gedanke war, braucht das Ding nicht mehr. Er kann sich im Unding niederlassen, sich darin verschieben und verschwimmen. Weil das Unding keinen Körper hat, kann es so viele Gestalten annehmen, wie ihn auszulesen bereit sind.

 

Was ist das Digitale? Ein großes Versprechen: Alles ist Text. Bilder, Töne, Filme sind Text. Sogar Text ist Text. Denn nicht er selbst ist schon das letzte Wort, sondern nur Wellenschlag eines submarinen Zeichensystems. Bereits das Wort Wort ist eine Ebene tiefer, hexadezimal, als 57 6F 72 74 codiert und wieder darunter, binär, als 01010111 01101111 01110010 01110100.
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