WAS MAN MUSS (MANAGEMENTKORPUS)

Sie müssen tough sein.
Sie müssen ehrlich sein.
Sie müssen es nur wollen.
Sie müssen emotional sein.
Sie müssen sich entscheiden!
Sie müssen nur originell sein.
Sie müssen es nicht allein tun.
Sie müssen nett und tough sein.
Sie müssen ihr Vertrauen gewinnen.
Sie müssen auswählen und gewichten.
Sie müssen nicht gleich perfekt sein.
Sie müssen Ihren Rubikon überschreiten.
Sie müssen realistisch erreichbar sein.
Sie müssen sich ihr Geld erst verdienen.
Sie müssen daran arbeiten, damit es anhält.
Sie müssen physisch und psychisch fit sein.
Sie müssen es tun, ob Sie wollen oder nicht. (mehr …)

in corpore literarisches

AFFIXGEDICHT

So missfach der Erzbold
entisiert urweise Hauptiker
als unibel sich überigt
das Gechen dem Urtum.

[Freie Kombinationen aus der Tabelle der Affixe im Vorlesungsskript des Linguisten Markus Steinbach, Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, Wortbildung, S. 3]

linguarsenal literarisches

SCHREIBENLASSEN
Gegenwartsliteratur und die Furcht vorm Digitalen
(ungeschnitten)

 

(Eine redaktionell gekürzte Version dieses Textes ist erschienen in: Merkur, 7/2014.)

 

Ian Sommerville schrieb Anfang der 1960er auf einem Honeywell-Computer ein äußerst simples Programm. Der Input bestand aus einer Zeichenkette (»Satz«), deren n Elemente (»Wörter«) durch Leerzeichen getrennt waren. Gemäß aller möglichen Kombinationen wurden diese Elemente neu zusammengesetzt und alle Permutationen (»Zeilen«) untereinander auf einem Monitor als Textblock ausgegeben (»Gedicht«). Bei einem »Satz« aus n »Wörtern« entsteht demnach ein »Gedicht« aus n! »Zeilen«. Ist n=5, sind das 5·4·3·2·1=120. Aus dem Input »I AM THAT I AM« wird so: (mehr …)

akademisches literarisches Merkur

GEGENSEELE IN WENNLANDSCHAFT

Warum bilden wir nun mit ›ich‹ und ›du‹, ›für‹ und ›gegen‹, ›wenn‹ und ›aber‹ nicht genau so geläufige Metaphern wie mit ›Wahrheit‹ und ›Licht‹, ›Rede‹ und ›Fluß‹, ›Seele‹ und ›Landschaft‹? Sind sie nicht allesamt Zeichen der Sprache? Haben sie nicht alle eine Bedeutung?

– Harald Weinrich, Allgemeine Semantik der Metapher.

 
 

GEGENSEELE IN WENNLANDSCHAFT
Fürwahrheit des Ichlichts
im Aberfluß der Durede

linguarsenal literarisches

›Ganz normale Laster‹ erschienen

Ganz_normale_Laster Cover

Heute ist meine Übersetzung von Judith N. Shklars Meditation über liberale Laster bei Matthes und Seitz erschienen. Ganz normale Laster (Orig.: Ordinary Vices, 1984), Shklars Hauptwerk, ist Grundlage und erste Formulierung des Liberalismus der Furcht, der letztes Jahr erschien.

Einen Auszug aus meinem demnächst auch separat als Ebook erscheinenden werkbiografischen Nachwort kann man hier lesen.

Rezensionen: FAZ, DLF, DRadio, NZZZeit Online, Spiegel Online, Information Philosophie

akademisches hinweis

AUF MEHR ALS EINE WEISE

die herren von der hafenbehörde
bis auf den heutigen tag
die hände in den taschen
bis auf einen gewissen grad
im zimmer auf und ab
auf mehr als eine weise

ich weiß nicht was ich
in der mitte des zimmers
sagte er zu sich selbst
die hände in den hosentaschen

 
[Die fünf häufigsten 5-Gramme der Werke Kafkas und Goethes mit CasualConc 1.9.7 ermittelt und abwechselnd untereinander ausgegeben (Reihenfolge erste Strophe: Kafka/Goethe, zweite Strophe: Goethe/Kafka).]

in corpore literarisches

I AND HIM AND

Him do you know you are in the I is a nice speaking voice Andrew and okay you I have to do is frequency is a three. Cells so have any symptoms of my strange when passing session is destroyed when you won’t hear that the national resident frequencies of the rule articulated by speech you are this activity also as a demonstration of physical fact the more Celine’s school of any irregular

strange I have I asked him to him now I will see I move in how can you I believe a person is he was the cells celebrities are screened as you are in is destroying

yeah Eileen as is and lastly in this activity also as I is I the more as a way to move the and you and I have I know you are I know this will be in you will you as you as always so I are is an annual is

in we him as and lastly him on this is actually well and I will

in no and him I know you are I know this will be as I will and you him and as always I was on him as an all

you he this is a in him well I know will will in more him and I is truly an I know will in you him and him and as always him whom I him and him and all I

you are all you him as him and will will will will the law you know him and him alone are you

I know I you in him him him you will I and him and

are you him who is him and him him well I will will all in

him and all I you and you and I and that is why he is a you as of and I him him him I who you this is a in in I as Paul wall as him and I see you the only long you as you you will and in as an him how do you this is the in I I will will all as him and

 
[Alvin Lucier, I am sitting in a room, ab der dritten Iteration von Dragon Dicate 3 als amerikanisches Englisch erkannt; Zeilenumbrüche und Interpunktion unterlagen ebenfalls der Interpretation des Programms.]

literarisches maschinensprache

Neuer ›Merkur‹ erschienen

MERKUR Juli 2014

Im nächsten Merkur erscheint mein Text »Schreibenlassen. Gegenwartsliteratur und die Furcht vorm Digitalen«. Er ist bereits jetzt als kostenlose Vorschau auf der Klett-Cotta-Seite abzurufen.
In zwei Wochen (der Verlag besteht auf die Frist) werde ich auf dieser Seite eine längere Version des Textes hochladen. (mehr …)

akademisches hinweis literarisches Merkur

TÖTEN (KORPUSFABEL II)

…aber sie werfen uns in den Kerker und quälen unsern Leib, höhnen unsre Weiber, töten unsre Kinder, stiften Raub und Brand. Bald darnach befreiten sich die zwölf geraubten Schwestern aus ihren Gemächern, suchten die zwölf Dolche aus der Brust ihres Bruders und töteten in der Nacht sämtliche Mordgrafen. Da gab sich der Kaiser in der Frauen Gewalt, daß sie ihn töten lassen könne nach dem Recht. Da dachte der alte König „sollte mein Sohn unschuldig gewesen sein?“ und sprach zu seinen Leuten „wäre er noch am Leben, wie tut mirs so leid, daß ich ihn habe töten lassen.“ Da erschrak der Pfarrer selbst, meinte, es wäre ein böser Geist in die Kuh gefahren, und hieß sie töten. Da kam der Teufel abermals und legte ihm einen andern Brief in die Tasche, darin stand, sie sollten die Königin mit ihrem Kinde töten. Da schrieb er einen Brief der Kaiserin, in dem befahl er, als lieb ihr Leib und Leben wäre, daß sie den Zeiger dieses Briefes töten hieße. Da sprach sie auf der Stelle: „O guter Gesell, nehmt von Euren Leuten und kehret mir eilends zum Wald, daß Ihr die sieben Kinder tötet, und bringt mir die sieben Ketten zum Wahrzeichen mit! Du sollst es töten und mir Lunge und Leber zum Wahrzeichen mitbringen.“ Da stieg der gute Jüngling ab, tötete das Pferd mit seinem Degen und überließ es den jungen Raben zum Futter. Da zog er sein Schwert und drohte sie zu töten, wo sie ihm nicht gehorchte, und zwang sie damit, daß sie es versprach. Daheim wußte er nicht, an wem er seinen Zorn und Ärger auslassen sollte, bis ihm böse Gedanken kamen und er beschloß, seinen Bruder zu töten. Das Mädchen reichte ihm den Teller, aber der Königssohn warf die Decke ab und sprach “du alter Sünder, warum hast du mich töten wollen?“ Der König ließ seinen Rat versammeln und beschloß, den dritten Teil des Volkes töten zu lassen. Den entronnenen König ließ Dieterich trüglich zurückrufen und beredete endlich den Iring mit falschen Versprechungen, seinen Herrn zu töten. Den jüngsten tötete Hermenfried auf Anstiften seiner Gemahlin Amalaberga, einer Tochter Theodorichs von Franken. Der Knecht nahm sie in seinen Mantel, ritt in den Wald und wollte sie töten. Der König hieß in jähem Zorn den Grafen töten. Der Mann geriet in Schulden und ward ganz arm, so daß er in Verzweiflung erst seine Frau mit einem Messer tötete, dann sich selbst eine Kugel durch den Kopf schoß. Die Hunnen verheerten die ganze Stadt; was von Männern darin war, töteten sie durchs Schwert, um die Weiber und Kinder aber losten sie. Er hatte zu dem Ende ein Paar gute Pistolen gekauft und wollte mit der einen die Braut, mit der andern hernach sich selbst töten. In dem ersten Wochenbett schickt ihn die Frau über ihren Kasten, Weißzeug zu holen, und denkt nicht, daß dort das Zaubergerät liegt, das er findet und womit er sie tötet. Kühn schlug er unter die Feinde, tötete und verwundete eine große Menge und machte sie alle flüchtig. Matabruna hingegen dachte nichts als Böses und beredete sich mit der Wehmutter, daß sie der Königin, wenn sie gebären würde, statt der Kinder junge Hunde unterschieben, die Kinder selbst töten und Beatrix einer strafbaren Gemeinschaft mit Hunden anklagen wollten. Nachdem das geschehen war, ging sie getrost hinunter und setzte sich nieder, und nach wenigen Augenblicken fuhr auch ein Blitz auf sie herab und tötete sie. Sie antwortete „ach, du armes Kind, du bist in eine Mördergrube geraten, dein Bräutigam wohnt hier, aber er will dich zerhacken und töten, und will dich dann kochen und essen.“ Über dem Gewieher der Rosse erwachte Adelgis, zog sein Schwert und tötete viele Franken. Und als es älter wurde, schwächte es Frauen und Jungfrauen und tötete die Männer. Und es entstand ein Wortwechsel, keiner aber wußte Böses von der Pfalzgräfin zu sagen und keinen Grund, warum sie sie töten sollten. Und schickte zwei seiner Diener in die Mühle, daß sie das neugeborne Kind töten und zu dessen Sicherheit ihm des Kindes Herz brächten; denn er müsse es haben zu einer Buße. Wie sie zu Ravenna angelangt waren, nahm Rosimundens Schönheit auch den Longinus ein, und er beredete sie, den Helmichis zu töten und sich hernach ihm zu vermählen. Wie das geschehen war, leiteten sie das Wasser wieder ins alte Bett zurück und töteten, damit die Stätte von niemand verraten würde, alle die, welche das Grab gegraben hatten.

[Belegstellen für das Lemma „töten“ in den Grimmschen Kinder- und Hausmärchen; manuell arrangiert.]

in corpore literarisches

THE FUTURE OF PHILOLOGY – INTRODUCTION

Soon, the fruits of a graduate conference I co-hosted two years ago at Columbia can be read in the volume „The Future of Philology,“ published by Cambridge Scholars and bound to appear in the fall.

Here is the introduction, written with Benjamin Dorvel, Vincent Hessling, and Tabea Weitz.

akademisches hinweis

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