Neuer Band: Text+Kritik, Digitale Literatur II

Im Oktober erschien der von Annette Gilbert und mir herausgegebene Sonderband von Text+Kritik zu Digitaler Literatur – die »II« im Titel bezieht sich auf den Vorgängerband von 2001, den dieser nach zwanzig Jahren ersetzt.

Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Andreas Bülhoff, Dîlan C. Çakir, Karl Wolfgang Flender, Christiane Frohmann, Annette Gilbert, Berit Glanz, Anna Kinder, Elias Kreuzmair, Jasmin Meerhoff, Kathrin Passig, Nils Penke, Sandra Richter, Thorsten Ries, Alexander Waszynski und mir sowie künstlerischen Arbeiten von Sarah Berger, Jasmin Meerhoff, Nick Montfort, Fabian Navarro, Allison Parrish, Kathrin Passig, Jörg Piringer, Selina Seemann und Gregor Weichbrodt.

Aus dem Klappentext:

Literatur ist so digital wie die Gesellschaft, in der sie stattfindet. Heute sind Rezeption und Literaturproduktion weitestgehend von digitaler Technik bestimmt.
Und doch lassen sich Unterschiede ausmachen, inwieweit die unter den Bedingungen einer digital bestimmten Lebenswelt produzierte Literatur auch diese Bedingtheit reflektiert. Im Gegenwartsroman, in dem Digitalität vor allem auf Beschreibungsebene Eingang findet, werden die Parameter klassischer literarischer Form selten angetastet. Weiter gehen Experimente in sozialen Medien, in denen die Tools der Plattformen neue Schreibweisen hervorbringen. Und wieder Bedeutung gewonnen hat jene Tradition, die man genuin digitale Literatur nennen kann und die nicht nur nebenbei und instrumentell digitale Technik verwendet, sondern ihre Werke ganz wesentlich durch Computer, Algorithmen oder neuronale Netze produziert.
Der Sonderband schreibt die erste Bestandsaufnahme digitaler Literatur in TEXT+KRITIK aus dem Jahr 2001 fort und hebt die Differenzen und Kontinuitäten hervor, die sich in diesem Feld seitdem ergeben haben. Als Diskussion des State of the Art in technischer wie literarischer Hinsicht ist er eine Momentaufnahme einer im Umbruch befindlichen Literatur.

Bestellen kann man den Band hier.

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»Infrastruktur«: Ausstellung am Bauhaus Dessau

Als Teil der »Bauhaus Fiktional«-Reihe habe ich den Sommer in einem der Meisterhäuser in Dessau verbracht. Zusammen mit Alexis Lowry, die die Werke von Charlotte Posenenske kuratiert hat, ist das Ergebnis meiner »Residenz« noch bis zum 10. April 2022 auf dem Meisterhäuser-Areal zu sehen. 

Aus der Ausstellungsbroschüre: »Bajohr hat in seiner Residenz in Dessau historische Dokumente rund um die Meisterhäuser – wie Inventarlisten, Kostenaufstellungen, Mietverträge und rechtliche Korrespondenzen – recherchiert, ihn interessiert die archivalische Ebene der Infrastruktur. Er hat dieses gesammelte Textmaterial durch Appropriation und bestimmte textliche Verfahren (etwa die Neustrukturierung des Textmaterials nach Konjunktionen) in Plakate mit seriellem Charakter verwandelt, die im Außenraum der Meisterhäuser angeschlagen werden und dort auf die normalerweise nicht sichtbaren historischen Hintergründe der Häuser hinweisen.«

Mehr zur Ausstellung auf der Bauhaus-Website; ein Interview mit mir gibt es hier

Foto: © Yvonne Tenschert

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Negative Anthropologie: Zwei neue Beiträge

Titel des Sammelbands 'Negative Anthropologie'  Titel des Sammelbands 'Denn das Wahre ist das Ganze nicht'

In Kürze erscheinen von mir zwei Beiträge zur negativen Anthropologie, einem bereits länger bearbeiteten Thema. Was darunter zu verstehen ist und welche Philosophien sich unter diesem Titel wiederfinden, habe ich für zwei Sammelbände untersucht.

1969 wurde Ulrich Sonnemanns Buch Negative Anthropologie veröffentlicht, dessen Autor im weiteren Umfeld der Kritischen Theorie angesiedelt war, und Tobias Heinze und Martin Mettin haben dem Buch und seinem Autor nun einen Sammelband gewidmet. Dort gehe ich der »Negativen Anthropologie« jenseits der Negativen Anthropologie nach und zeige, dass der Begriff nicht von Sonnemann erfunden wurde, sondern, im Gegenteil, an verschiedenen Orten, Kontexten und Zeiten sich wie von selbst einstellte. Dabei herrschen drei Grundbedeutungen vor: Der Mensch ist undefinierbar oder man kann sich ihm nur über die Bestimmung dessen nähern, was er je nicht ist (apophatische Anthropologie); der Mensch ist schlecht oder gefährlich (pessimistische Anthropologie); der Mensch ist unvollständig oder dekadent (defektive Anthropologie).
Hier ist der Text zu lesen.

Diese Dimensionen finden sich dann auch bei einer Reihe von Philosophien wieder, die den Begriff entweder wörtlich gebrauchen oder nur retrospektiv so zu bezeichnen sind. In einem Essay zum von Sebastian Edinger und mir herausgegebenen Sammelband Negative Anthropologie widmet sich exemplarisch vier negativen Anthropologien. Von Helmuth Plessner über Günther Anders und Hannah Arendt bis hin zu Sonnemann selbst, stehen sie für eine Skala unterschiedlich »starker« Konzeptionen dessen, was negative Anthropologie ist. Dass sie weiterhin aktuell sind, zeige ich zum Schluss am Beispiel dreier Themen: Dem Posthumanismus, dem Anthropozän und dem Transhumanismus.
Diesen Beitrag kann man hier lesen.

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Über künstlerische Künstliche Intelligenz

Weiter geht es mit Literatur über KI – mit einem Beitrag über KI-Literatur. Für den Merkur habe anlässlich der Publikation von Daniel Kehlmanns neuem Buch Mein Algorithmus und ich über die Grenzen eines starken Modells künstlerischer KI geschrieben und für ein ästhetisch und theoretisch anspruchsvolleres schwaches Modell plädiert.

Hier ist der Beitrag zu lesen.
 
 

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Beitrag über die Politik großer Sprachmodelle

Beitrag für die Republik
Für die Republik habe ich einen Text geschrieben, der sich mit der immer schon aktiven Ideologie von KI, zumal “großen Sprachmodellen” befasst. Er ist hier zu lesen.

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Neues 0x0a-Projekt: Weisheit und Wiederholung

Cover Weisheit und WiederholungDas Buch im Schnelldurchlauf»Und« verbindet und trennt, koordiniert und hält auf Abstand. Doch bleibt das Verhältnis zwischen zwei durch »und« gekoppelten Termen ambivalent, kann sowohl Zusammengehörigkeit wie Gegensatz ausdrücken. Vielleicht dieser Vagheit wegen sind sie als Titel vor allem für philosophisch-literarische Großwerke populär: Sein und Zeit, Wirtschaft und Gesellschaft, Kritik und Krise, Mohn und Gedächtnis.

Aber noch ist nicht alles gesagt. Was ist mit Mohn und Zeit, Wirtschaft und Kritik, Sein und Krise? Es bleibt auch für zukünftige Diskursgrößen viel zu tun. Das Kompendium Weisheit und Wiederholung versammelt die Titel von 104.052 noch zu schreibenden Büchern: Eine To-do-Liste intellektueller Selbstbeschäftigung, erstellt durch alle möglichen Permutationen der von Hendrikje Schauer und Marcel Lepper gesammelten Titelpaare (Works & Nights, 2018).

Das Buch zum Download sowie die Hintergründe auf 0x0a. Kaufen kann man es hier.

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New text: The „Gestalt“ of AI

Zeitschrift für Medienwissenschaft My essay on the Gestalt logic of artificial neural networks that first appeared in Zeitschrift für Medienwissenschaft came out in English with Interface Critique. Read it here.
 
 
 
 
 
 
 

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Lyrix: Bundeswettbewerb für junge Lyrik

Im Februar ist Was man muss (Managementkorpus) Gedicht des Monats auf der Seite von Lyrix, dem Bundeswettbewerb für junge Lyrik. Dabei soll es Anregungen geben, selbst digitale Lyrik zu produzieren (in einem Video stelle ich vier mögliche Verfahren vor).

Schön ist auch das Arbeitsblatt für den Deutschunterricht, das zeigt, wie man Schüler:innen an den Gedanken heranführt, dass Text nicht immer ganz neu geschrieben werden muss, sondern immer schon Material ist, aus dem man Neues machen kann – auch mit digitalen Mitteln.

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Rückblick auf das Blumenberg-Jahr

Für den Merkur habe ich die eine Sammelrezension der neuen Blumenbergiana aus dem Jubiläumsjahr geschrieben. Darin werden besprochen:

– Hans Blumenberg: Beiträge zum Problem der Ursprünglichkeit der mittelalterlich-scholastischen Ontologie
– Hans Blumenberg: Realität und Realismus
– Rüdiger Zill: Der absolute Leser: Hans Blumenberg. Eine intellektuelle Biographie
– Jürgen Goldstein: Hans Blumenberg: Ein philosophisches Portrait

Hier ist die Rezension zu lesen.

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Zwei neue KI-Essays / Two new essays on AI

Zeitschrift für Medienwissenschaft  Basel Media Culture and Cultural Techniques Working Papers

I have published two essays dealing with AI recently:
“Die ‘Gestalt’ der KI: Jenseits von Atomismus und Holismus” is about the philosophical conceptualization of artificial neural networks with Zeitschrift für Medienwissenschaft (an English version, text here, is forthcoming with Interface Critique).
“Algorithmic Empathy: On Two Paradigms of Digital Generative Literature and the Need for a Critique of AI works” deals with the poetic potential of literature generated by connectionist AI systems and their difference to the older, sequential paradigm. It is published as a quotable, DOI-identified Basel Media Culture and Cultural Techniques Working Paper.

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